Das Tischlerforum bei Klaus-Hermann Ries

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Alt 10.05.02, 20:04   #1
michaelangelo
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Registriert seit: 04.2002
Ort: Österreich
Beiträge: 3
Sehr geehrter Herr Ries!

Wir haben ein kleines Problem mit den Luftblasen in der Beschichtung (2-Schichtsysteme Deckend) von Holz - Alufenster (IV 68). Es werden Luftblasen (offen und geschlossen) größer 30 bis 50% gemessen, bei einer Schichtstärke von mind. 100µm. Sind bei dieser Verschlechterung der Beschichtung Schäden an den Fenstern zu erwarten ? Der Fensterhersteller argumeintiert das die Fenster keiner Bewitterung ausgesetzt sind (Aluvorsatzschale). Haben Sie schon Erfahrungen damit gemacht? Bitte um Info - Danke

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michaelangelo
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Alt 11.05.02, 09:58   #2
Friedrich Bode
 
Beiträge: n/a
Was heißt 30 bis 50%  ?
Sind die Blasen 30 bis 50 % der Schichtstärke von 100 µm groß? Beträgt die Schichtstärke also überall mindestens 50µm? Wie weit verbreitet sind die Blasen?
Bei unsachgemäßer Beschichtung und hohem Wasserdampfdruck innen kann es zu einer Ablösung der Beschichtung kommen. Das sehe ich hier aber noch nicht.
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Alt 12.05.02, 10:07   #3
khr
Klaus-Hermann Ries
Tischlermeister
öb vereidigter Sachverständiger des Tischlerhandwerks
 
Registriert seit: 09.2001
Ort: 46244 Kirchhellen
Beiträge: 7.092
Das mit den 50% habe ich auch nicht verstanden.

Aus technischer Sicht dürften keine Probleme anfallen, denke ich. Die Frage nach der Optik und daraus resultierenden Mängeln können Sie klären, wenn Sie sich auf meiner Seite die Richtlinie zur visuellen Beurteilung einer Holzoberfläche ansehen.
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Klaus-Hermann Ries (khr)
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Alt 21.05.02, 11:52   #4
michaelangelo
Mitglied
 
Registriert seit: 04.2002
Ort: Österreich
Beiträge: 3
Sehr geehrter Herr Bode!

Danke für die rasche Information. Die Schichtstärke hat an einigen Stellen bis zu 300µm (trocken) betragen, also verbleiben sicher 50µm Schichtstärke. Die offenen Blasen sind über die gesamte Fensterkonstruktion verteilt (Flügel, Stock, Falz etc.). An einigen Stellen wurde sogar die Bildung von einer Art "Orangenhaut" bei näherer Betrachtung bemerkt. Schade dass bei einer solchen Verarbeitung das Holz bzw. Holz - Alufenster seinen guten Ruf verliert.

mfG *michaelangelo
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michaelangelo
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Alt 21.05.02, 12:51   #5
michaelangelo
Mitglied
 
Registriert seit: 04.2002
Ort: Österreich
Beiträge: 3
Sehr geehrter Herr Ries!

Vorerst möchte ich Ihnen für die super Homepage (Forum) gratulieren, und mich auch für die rasche Information bedanken.
Es stellt sich nur aus technischer Sicht die Frage, wenn diese Fenster in Wohnungen eingebaut werden die nach dem Krieg errichten wurden, ob sie einer hohen Fechtebelastung standhalten?
Alle diese Wohnungen werden meist mit nur einem Ofen (Einzelfeuerung) beheizt. Dazu kommt das diese Wohnungen nicht sehr groß sind. In der Regel 2 - 3 Zimmer haben, und kein eignes Badezimmer sondern eine nachträglich eingebaute Dusche (Duschkabine) im Vorzimmer oder in der Küche. Eine Waschmaschine ist für alle Bewohner heute sehr wichtig und steht auch in der Küche. Die Wäsche wird zum trocknen weil es bequem ist untertags im Wohnzimmer getrocknet (Berufstätige). Das Lüften wird vernachlässigt, und eine Kippstellung der Fensterflügel führt zu keinem optimalen Luftaustausch. Hinzu kommt noch ein anderer Fall von Überbelag in manchen Wohnungen (35m² 5 Personen). Da diese Bauten aus den 30er und 50er Jahren stammen hatten sie keine ausreichende Wärmedämmung an den Fassaden. *Durch Außenwandwärmedämmverbundsysteme wurden die Fassade zwar wärmegedämmt aber auch die Dampfdiffusion eingeschränkt. Bauphysikalisch muss es in solchen Wohnungen zu Schäden kommen. Meist sind die ersten Anzeichen Schimmelbildung etc.
Ob dieser hohen Feuchtebelastung Holz- Alufenster mit offen Luftblasen in der Beschichtung standhalten wird die Zukunft zeigen.
Eine optische Beeinträchtigung stellen offene Luftblasen in der Beschichtung sicher dar.

mfG *michaelangelo
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michaelangelo
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Alt 22.05.02, 17:51   #6
khr
Klaus-Hermann Ries
Tischlermeister
öb vereidigter Sachverständiger des Tischlerhandwerks
 
Registriert seit: 09.2001
Ort: 46244 Kirchhellen
Beiträge: 7.092
Hallo,

also bei 300 µm Trockenschichtdicke (wie haben Sie die denn hinbekommen ? ) dürfte die in das Holz ggf an den dünneren Stellen eindiffundierende Feuchte nicht viel Schaden ausrichten können, denn nach aussen kann sie ja wieder raus, ausser da hängt noch mehr Lack auf dem Holz.

Welche Fehler in der Oberfläche zu akzeptieren sind finden Sie auf meiner Seite beschrieben, auf der die Richtlinie zur visuellen Beurteilung einer Holzoberfläche beschrieben steht.
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Klaus-Hermann Ries (khr)
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